Automatisch arbeitende Stationen – Teil 1

Die hier erscheinende Doppelfolge „Automatisch arbeitende Stationen“ wurde von Alexander, DK5ER im Notfunkforum veröffentlicht. Er hat mir freundlicherweise genehmigt, seinen Beitrag hier im Blog zu verwenden – vielen Dank hierfür!

Bitte beachte: Die Informationen haben ihren Stand zum Jahreswechsel 2017/2018. Mach dich vor Beantragung eines Rufzeichens für automatisch arbeitende Stationen vorab mit den aktuell geltenden Regularien vertraut.


Hier nun Teil 1: Ausfüllen des Antrages

Die Genehmigung für automatisch arbeitende Funkstationen sind bei der Bundesnetzagentur zu beantragen.

Dieser Workshop soll unkompliziert und Schritt für Schritt dabei helfen, bei der BNetzA eine automatisch arbeitende Station zu beantragen und anschließend eine Selbsterklärung mit WATT32 (Anzeige ortsfester Amateurfunkanlage nach §9 BEMFV) zu erstellen.

Teil 1 – Der Antrag bei der BNetzA.

Ihr wollt also eine APRS-Station oder eine WINLINK-NODE betreiben, oder habt eine HAMNET-Antenne auf dem Dach, die 24/7 an ist? Dann ist spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, ein Rufzeichen für eure automatisch arbeitende Station zu beantragen.

Schaut zunächst bei der BNetzA auf der Webseite, ob das gewünschte Rufzeichen noch frei ist: https://ans.bundesnetzagentur.de/amateurfunk/Rufzeichen.aspx

In Deutschland beginnen die Rufzeichen für automatische Stationen mit DB0… (Klasse A), DM0… (automatisch arbeitende Stationen mit neuen Anwendungen, beispielsweise Echolink) oder DO0… (Klasse E). Siehe hierzu auch den Rufzeichenplan auf den Seiten der BNetzA.

Einige Dinge vorab:

Die Beantragung kostet (2018) einmalig EUR 200,00. Zur Zeit sind Änderungen, z.B. neue Frequenzen, jederzeit möglich und kostenfrei. Bei einer Bewilligung bekommt ihr eine Urkunde. Diese Urkunde gilt nur für diese eine Location, für die sie beantragt worden ist. Man kann also nicht mit einem Rufzeichen mehrere Standorte abdecken.

Anm. Karsten, DC7OS: Bitte nehmt vor dem Antrag bei der BNetzA Kontakt mit dem VUS-Referenten eures zuständigen Distriktes zur Vorkoordination auf, auch abgelehnte Anträge kosten 200€.

Nach der Bewilligung gilt die Urkunde 1 Jahr und muss 4 Wochen vor Ablauf des Bewilligungsjahres (nicht des Kalenderjahres!) verlängert werden. Ihr bekommt keine Erinnerung. Verpasst ihr die Verlängerung = 200€. Haben sich keine Veränderungen ergeben (neue Frequenzen etc.) wird die Urkunde nach dem 1. Jahr um weitere 3 Jahre verlängert. Ab dann muss man alle 3 Jahre verlängern.

Ändert sich etwas, kommen z.B. neue Frequenzen dazu, müsst ihr einen Änderungsantrag einreichen. Dann fängt das Ganze wieder von vorne an, Urkunde, 1. Verlängerung nach 1 Jahr, dann nach 3 Jahren usw.

Automatisch arbeitende Stationen müssen jederzeit aus der Ferne abschaltbar sein. Tipp: Fritzbox DECT-Steckdose.
Anmerkung DL1DRK: An Standorten ohne festen Internetzugang oder Telefonanlage wäre auch ein GSM-Modul denkbar. Z.B. das „GSM/IO – IO controller via GSM“ von Mateusz, SQ3PLX.

Hier der Antrag als PDF:

BNetzA_Antrag.pdf

Ich möchte mit euch zusammen einen Beispielantrag ausfüllen. Wir haben einen Standort, bei dem wir 4 Funkstellen betreiben wollen:

1. Einen APRS-Digi auf 144,800 MHz, 1k2 AFSK
2. Eine WINLINK-NODE auf 144,925 MHz, 1k2 AFSK
3. Eine WINLINK-NODE auf 438,100 MHz, 9k6 FSK
4. Einen HAMNET-Zugang auf 5 GHz.

Auf Seite 1 des Antrages ist alles soweit selbsterklärend.

 

Seite 2 wird interessanter:

Seite 2 wird deutlich interessanter und auch kniffliger.

Für jeden Betriebszweck ist eine Zeile auszufüllen. Die Strahlungsleistung von automatisch arbeitenden Stationen darf 15W (11,76 ERP in dBW) nicht überschreiten. Die Sendeart, Bandbreite, Datenrate, Höhe über Meeresspiegel (MSL) und über Grund ist anzugeben. Die Richtung (Azimut) ist in diesem Fall nur bei der HAMNET wichtig, die 2m/70cm Antenne in unserem Beispiel ist ein Rundstrahler (ND, NonDirection), also 360 Grad Öffnungswinkel, Vertikal polarisierend. Die Nutzungszeit ist 24h, also 1.
Angabe zur Frequenz ist in unserem Beispiel N, also Neu.

Der Antrag ist an die

Bundesnetzagentur
Alter Hellweg 56
44379 Dortmund

zu schicken.


Dies war Teil 1. In Teil 2 geht es dann um die Selbsterklärung für den Standort der automatisch arbeitenden Station.

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